Werkstatt für Schwermaschinenbau
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Normen Referenz

Eine übersichtliche Referenzseite für Einkäufer, die Standards, Inspektionserwartungen und Fertigungsumfang miteinander in Verbindung bringen müssen, bevor sie einen Auftrag erteilen.

Wichtiger Hinweis zu den Standards

Standards sind nicht nur Namen, die auf einer Webseite stehen. Sie definieren Verantwortlichkeiten, Prüfpunkte, Abnahmekriterien und Dokumentation. Für jedes Projekt sollte der anwendbare Standard in der Zeichnung, der Bestellung, dem Prüfplan oder der technischen Spezifikation bestätigt werden. Wir vermeiden vage Versprechen und ziehen es vor, den genauen Umfang vor der Produktion zu bestätigen.

Fertigungsnormen für die Stahlfertigung verstehen

Fertigungsnormen legen die Mindestanforderungen an Qualität, Sicherheit und Rückverfolgbarkeit in der Stahlfertigung fest. Für internationale Einkäufer von Stahlbaukomponenten ist das Verständnis der anwendbaren Normen – und ihrer tatsächlichen Anforderungen – entscheidend, um kostspielige Missverständnisse zwischen Konstruktionsabsicht und Fertigungsausführung zu vermeiden.

EN 1090: Ausführungsklassen für Stahltragwerke

EN 1090 (Ausführung von Stahltragwerken) klassifiziert die Fertigung in vier Ausführungsklassen (EXC1 bis EXC4) auf Grundlage von Schadensfolgeklasse, Beanspruchungskategorie und Herstellungskategorie. EXC2 deckt die meisten gewerblichen und industriellen Bauwerke ab. EXC3 gilt für Brücken, Kranbahnen und ermüdungsbeanspruchte Konstruktionen. Jede Klasse definiert spezifische Anforderungen an die Schweißqualifikation, den Umfang der zerstörungsfreien Prüfung (ZfP/NDT), die Maßtoleranzen und die Dokumentation. Unser Werk verfügt über eine Zertifizierung nach EN 1090-2 mit Fertigungsfähigkeit bis EXC3, jährlich auditiert durch benannte Stellen.

ISO 3834: Qualitätsanforderungen an das Schmelzschweißen

ISO 3834 legt Qualitätsanforderungen an das Schmelzschweißen metallischer Werkstoffe fest. Teil 2 (Umfassende Qualitätsanforderungen) ist das in der Stahlfertigung am häufigsten geforderte Niveau. Sie verlangt dokumentierte Schweißanweisungen (WPS nach ISO 15614), qualifizierte Schweißer (ISO 9606), Schweißaufsichtspersonal (IWE/IWT nach ISO 14731) und eine systematische Inspektionsplanung. Unser Schweiß-Qualitätsmanagement arbeitet nach ISO 3834-2 mit qualifizierten Schweißaufsichtspersonen, die für Verfahrensentwicklung, Schweißerqualifikation und prozessbegleitende Prüfung verantwortlich sind.

Werkszeugnis 3.1: Materialzertifikate

Werkszeugnisse nach EN 10204 Typ 3.1 (häufig als MTC 3.1 bezeichnet) gewährleisten die Materialrückverfolgbarkeit vom Stahlwerk bis zum fertigen Produkt. Jedes Zeugnis dokumentiert die Schmelznummer, die chemische Zusammensetzung (Schmelzanalyse), die mechanischen Eigenschaften (Streckgrenze, Zugfestigkeit, Bruchdehnung) und die Kerbschlagarbeit bei festgelegten Temperaturen. Im Stahlbau sind Werkszeugnisse 3.1 verpflichtend, um nachzuweisen, dass das eingehende Material der spezifizierten Güte (S235, S355, S460 usw.) und dem Lieferzustand (N, M, Q, QL, QL1) entspricht.

ZfP-Normen und Annahmekriterien

Die zerstörungsfreie Prüfung von Schweißkonstruktionen folgt ISO 17635 für die Verfahrensauswahl, mit spezifischen Verfahrensnormen wie ISO 17640 (UT), ISO 17638 (MT), ISO 17637 (VT) und ISO 17636 (RT). Die Annahmekriterien werden durch die Bewertungsgruppen nach ISO 5817 (B, C oder D) entsprechend den Konstruktionsunterlagen festgelegt. Der Umfang der ZfP – also welcher Prozentsatz der Schweißnähte mit welchem Verfahren geprüft wird – richtet sich nach der Ausführungsklasse, der Verbindungsart und der Materialdicke. Wir setzen qualifizierte ZfP-Prüfer der Stufe II für UT, MT und VT ein; RT- und PAUT-Prüfungen werden über akkreditierte Prüflabore als Drittleistung abgewickelt.

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